Informel ist der
Oberbegriff für eine abstrakte Kunstrichtung, die sich Mitte der 40er Jahre in Paris
gebildet hat. Im Gegensatz zur geometrischen Abstraktion lehnt der Informel jegliche
organisierte Formstruktur ab. Die informelle Malerei verwendet keine festen
Kompositionsregeln, um so durch neu erfundene Zeichen sowie durch spontante Rhythmik von
Linien und Farbflecken die geistigen Impulse des Malers unmittelbar auszudrücken.
. |
. |
Buchtipp
:
Kunst des Informel. Malerei und Skulptur nach 1952.

Die Kunst des 'Informel' hat in den 50er und 60er Jahren in Deutschland eine bedeutende
Rolle gespielt. In beiden Nachkriegsjahrzehnten hatta das 'Abstrakte Bild' international
eine gleichsam unverrückbare Stellung. Es fanden zahlreiche Ausstellungen mit dem
Schwerpunkt Abstraktion oder Ungegeständlichkeit statt, die die Kunstszene in Deutschland
und Europa ungemein belebten.
Eine geschlossene wissenschaftliche Aufarbeitung dieser Zeit blieb jedoch aus. Dieses Buch
nimmt sich der Kunst des Informel in ihrer Gesamtheit mit nationalen und internationalen
Bezügen an, dokumentiert die Identität dieser Malerei sowie ihre Wirkungsgeschichte.
Darüber hinaus werden anhand der Sammlung von Sylvia und Ulrich Ströher, die bedeutende
Werke von Hauptvertretern des deutschen Informel von 1952 bis heute zeigt, die Künstler
dieser Zeit mit ihrem Oeuvre vorgestellt. Selbstzeugnisse, Kritiken und Dokumente bilden
eine wichtige Ergänzung im Anhang des Bandes.Gebundene
Ausgabe - 311 Seiten (1997) Wienand Vlg., Köln |
|
|
|
|
Buchtipp
:
Helmut Sturm. Arbeiten von 1957-1999.

Helmut Sturm gehört zu den bedeutendsten Vertretern des abstrakten Expressionismus in
Deutschland. 1957 gründete er in München zusammen mit dem Bildhauer Lothar Fischer und
den Malern Heimrad Prem und HP Zimmer die avantgardistische Künstlergruppe SPUR. Sturm
hat in der Auseinandersetzung mit der klassischen Moderne sowie mit den amerikanischen
Expressionisten rasch seine eigene Bildsprache gefunden. Seine Arbeiten, die aus mehreren
Schichten bestehen, lassen unter den mit gestischem Schwung aufgetragenen Farben
figürliche Elemente erkennen. Damit wollte er sich vom Malstil des Tachismus und des
Informel absetzten, die er als "zu geschmackvoll, zu ästhetisch, zu
unverbindlich" empfand. Wie die Arbeiten aus der SPUR-Zeit (1957-65) strahlen gerade
auch die Bilder, die in den letzten Jahren entstanden sind, energische Vitalität aus. Kunst bedeutete für Helmut Sturm und die anderen
Mitglieder der Gruppe SPUR, gesellschaftlich relevante Situationen zu schaffen. Mit
dadaistischem Spaß gemalt, sind ihre stilistisch von der Art Brut ebenso wie von der
Volkskunst und Schwitters Collagen beeinflußten Bildwelten Lebensentwürfe. Wilde,
kraftvolle Träume von einer Welt ohne Hierarchien und voller Dynamik. Mit anarchischer
Energie setzten sie der konservativen Gesellschaft des Wirtschaftswunder-Deutschlands die
romantische Utopie einer von kreativen Akten getragenen Gesellschaft entgegen. "Kunst
hat mit Wahrheit nichts zu tun.[...] Wer objektiv sein will, ist einseitig, wer einseitig
ist, ist pedantisch und langweilig", heißt es in ihrem Manifest von 1958.
Die im Wienand Verlag erschienene
Monographie enthält über hundert ganzseitige Reproduktionen von Arbeiten Helmut Sturms.
Anhand dieses umfangreichen Bildteils läßt sich seine künstlerische Entwicklung über
einen Zeitraum von vierzig Jahren nachvollziehen: Die den Band einleitenden Essays von Pia
Dornacher und Justin Hoffmann geben fundiert Auskunft über Sturms Werk sowie sein
Selbstverständnis als aktives Mitglied und Initiator der Künstlergruppen SPUR, Geflecht
und Kollektiv Herzogstraße. Unverzichtbar für Liebhaber/innen expressiver Malerei! -- Doris Lösch
Gebundene Ausgabe - 151 Seiten (1999) Wienand Vlg., Köln |
|
|
|
|
Buchtipp :
Wols.
Ein Phänomen des Stolperns.

Wols (Alfred Otto Wolfgang Schulze, 1913-1951), einer der bedeutenden Vertreter des
Informel, brachte den deutschen und französischen Kulturkreis in seinem Leben und Werk
zur Synthese. Mit dem Titel "Ein Phänomen des Stolperns", einer Anspielung auf
die Welt der Clownskomik, soll zum einen auf Wols' eigenes, in Fragmenten erhaltenes
kunsttheoretisches Konzept "Circus Wols" hingewiesen werden, zum anderen ist -
im übertragenen Sinne - Wols' Untersuchung verschiedener, veränderbarer
Wahrnehmungsmöglichkeiten von Wirklichkeit gemeint. Wie in einem Zerrspiegel stilisiert
er menschliche und bildnerische Unzulänglichkeiten zur Kunstform. Wols' OEuvre erscheint
als materielles wie gedankliches Werk durch Sprünge und innere Gegensätze
gekennzeichnet. Die Kopfform, ein wesentliches Element darin, ist weit mehr als ein
"Motiv" im klassischen Sinn. Ihre Verwendung weist über eine - nur
fragmentarisch erfaßbare - gedankliche Konzeption auf einen großen Bereich
zeitgeschichtlicher Umstände. Vor allem ist der Grundgedanke der Gestalttheorie für
seine Arbeit in verschiedenen Medien (Malerei/Fotografie/Graphik) neu und grundlegend.
Weiterhin spielt Wols Auseinandersetzung mit den "Zeitumständen" und
ihren vorherrschenden Denkrichtungen eine wesentliche Rolle: etwa mit dem
Nationalsozialismus, aber ebenso philosophischen Strömungen wie Existentialismus und
Antihumanismus. Wols darf als einer der Pioniere betrachtet werden, die sich kritisch,
aber auch Perspektiven aufweisend, mit etablierten künstlerischen Traditionen
auseinandersetzen. Gebundene Ausgabe
- 184 Seiten (1999) Gebr. Mann, Bln. |
|
|
|
|
|
|
| Informel |
|
Übersichtsseite |
|
Informel und Materie |
|
Aktion und Geste |
|
Figurative Abstraktion |
|
Struktur |
|
Tachismus |
|
Informelle Skulptur |
|
| Kurzbeschreibung |
|
Informel |
|
| Websites |
|
Kunst
des Informel |
|
| Filme und Videos |
|
Abstraction:
The Experience
Videofilm (53 Minuten)
"Full length preview" anklicken
[Real®-Player und Double-ISDN (128K) oder DSL erforderlich] |
|
| Künstler |
|
Antes,
Horst |
|
Arman |
|
Bazaine,
Jean |
|
Fautrier,
Jean |
|
Fischer,
Lothar |
|
Francis,
Sam |
|
Mathieu,
Georges |
|
Prem,
Heimrad
Buchtipp |
|
Saura,
Antonio |
|
Schumacher,
Emil |
|
Sturm,
Helmut |
|
Thieler,
Fred
Buchtipp |
|
Wols |
|
Zimmer,
Hans Peter |
|
|
|