Ewald Matare
Ewald Wilhelm Hubert Mataré (* 25. Februar 1887 in Burtscheid; † 29. März 1965 in Büderich) war ein deutscher Bildhauer, Grafiker und Maler. Im Mittelpunkt seines Schaffens stehen stilisierte Tierskulpturen und sakrale Auftragsarbeiten
[...] Die Handzeichnungen aus Matarés künstlerischen Anfängen in Aachen und Berlin sind realistisch-konventionell gestaltet und zeugen von einem sicheren Strich. Abbildungen von frühen, nicht erhaltenen Gemälden lassen expressionistische und kubistische Tendenzen erkennen. Sie entstanden während Matarés langjähriger akademischer Ausbildung und spielen für den Fortgang und die Bewertung seines weiteren Schaffens keine Rolle.
Im Sommer 1920 machte Mataré einen radikalen stilistischen Neuanfang. Bei einem Aufenthalt auf der Nordseeinsel Wangerooge entstanden mehr als 100 Holzschnitte. Mataré schnitt Tiere, Porträts und Landschaften ohne Vorzeichnung in angeschwemmte Fundhölzer und setzte sich technisch und stilistisch mit dem deutschen Expressionismus auseinander. Beziehungen zu Karl Schmidt-Rottluff sind unverkennbar. Mataré setzte auf flächige Schwarz-weiß-Kontraste, betonte die Konturen, vereinfachte seine Motive radikal und verband sie oft durch Schraffuren mit dem Hintergrund zu einem ornamentalen Liniengefüge. Schon 1916 notierte er in seinem Tagebuch: „Man muß die Natur besiegen, um zur Kunst zu gelangen“. Diese Bemerkung steht wie ein Leitmotiv über seinem gesamten Schaffen. Bereits bei den ersten Holzschnitten dominiert das Motiv der Kuh. Von der Naturbeobachtung ausgehend, fand Mataré zu dem Motiv, das ihn zeit seines Lebens beschäftigte. Später wurde das in vielen Kulturen als heilig verehrte Tier bei ihm zur Trägerin mythischer Vorstellungen.
Mataré setzte sich nicht nur mit den Spielarten des Expressionismus, sondern auch mit den geometrisierenden Tendenzen des Kubismus auseinander. 1923 besuchte er das Bauhaus in Weimar. Im Laufe der zwanziger Jahre entwickelte er Stil und Technik des Holzschnitts weiter. Das Tier interessierte ihn nicht mehr als Individuum in einer bestimmten Situation, sondern es erscheint in Doppelung und in zeitloser Gültigkeit. Das schwarzweiß gefleckte Fell der Kühe dient als Ausgangspunkt für eine klare, manchmal geometrische Strukturierung. Die rhythmische Reihung und Überschneidung von Tieren setzte er in immer neuen Varianten bis in sein Spätwerk fort.
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