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Helene
Schjerfbeck
2. Februar bis 6. Mai 2007
In Finnland ist sie eine
Nationalheldin, in Skandinavien gilt sie als Mythos, in Europa
ist sie dagegen weitestgehend unentdeckt. Die Hamburger
Kunsthalle widmet nun Helene Schjerfbeck (1862-1946) eine
umfassende Retrospektive, die erste große in Europa außerhalb
von Skandinavien. Die Ausstellung wird im Anschluss im
Gemeentemuseum, Den Haag, und im Musée d’Art Moderne de la
Ville de Paris gezeigt.
90 Jahre nach der ersten Einzelausstellung
präsentiert die Ausstellung über 120 Ölbilder, Aquarelle und
Zeichnungen aus dem umfangreichen Oeuvre der einflussreichen
Malerin. Zu sehen sind Selbstportraits, Portraits,
Landschaften und Stillleben, die den höchst eigenwilligen Stil
Schjerfbecks zeigen und ihre herausragende Stellung in der
Moderne offenbaren. Frühe Studienaufenthalte in Paris, Reisen
nach Florenz, St. Petersburg, Wien, in die Bretagne und nach
England prägten den künstlerischen Weg der früh erfolgreichen
Malerin. Für ihr impressionistisch beeinflusstes Bild „die
Genesende“ wurde der damals 27-Jährigen 1889 auf der
Weltausstellung in Paris die Bronzemedaille verliehen.
Vom Realismus kommend und impressionistische
Einflüsse aufgreifend löste sich Schjerfbeck mit der
Jahrhundertwende bewusst von der Nationalromantik ihrer
nordischen Kollegen und ging einen ganz eigenen Weg, der eher
internationale Einflüsse erkennen lässt. Sie folgte
selbstbewusst einer modernen Auffassung von freiem Farbauftrag
und reduzierter Formensprache und nimmt in einigen Bildern
bereits Momente der Abstraktion vorweg. Als sie 1902 aus
Krankheitsgründen ihr weltoffenes Leben aufgeben musste, galt
sie bereits als eine der wichtigsten Vertreterinnen einer
Generation finnischer Künstlerinnen.
In den folgenden knapp 50 Jahren selbst
gewählter Isolation in finnischen Dörfern entwickelt
Schjerfbeck einen eigenen expressiven Stil, der in seiner
Strenge, Stille und Intensität tief beeindruckt und
gleichzeitig voller Kraft und Sensibilität ist. Fern von
Historismus und Nationalromantik schildert die Künstlerin das
einfache Leben der Frauen und Kinder. In den Bildern wie Das
Schulmädchen, Die Näherin, Meine Mutter tritt das
szenische Umfeld hinter der von einer inneren Kraft getragenen
Haltung der Figuren zurück. Schjerfbeck reduziert das
Erzählerische zu einer höchst ausdrucksstarken Formensprache.
Im Mittelpunkt der Retrospektive stehen die
Selbstportraits Schjerfbecks, die mit einer Serie von späten,
sehr reduzierten Selbstbefragungen ihren Höhepunkt finden.
„Wo ich jetzt selten Kraft habe zu malen, habe ich mit
einem Selbstportrait begonnen, weil mein Modell dann stets
verfügbar ist, nur ist es nicht immer so lustig, sich selber
zu sehen“, schreibt die Künstlerin, die Zeit ihres Lebens
von Krankheit gezeichnet war, 1921 an eine Freundin.
Unerschrocken zeigt hier eine so verletzliche wie starke Frau
schonungslos und mit steigender Intensität ihr Altern und
schließlich den eigenen körperlichen Verfall.
Die Ausstellung umfasst Leihgaben von
finnischen Museen (Ateneum Helsinki Finnische Nationalgalerie,
City Art Museum, Didrichsen Art Museum, Helsinki und vielen
anderen) und schwedischen Museen (Moderna Museet Stockholm)
sowie von vielen Privatsammlungen besonders aus Finnland und
Schweden. So können Werke zusammengetragen werden, die nach
Schjerfbecks Tod selbst in Skandinavien noch nicht gezeigt
wurden.
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