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Aktuelle Ausstellungen

 

Emil Schumacher
„Der Erde näher als den Sternen“. Malerei 1936 bis 1999

Bis 06.05.2007

Vom 18. Februar bis zum 6. Mai 2007 zeigt das Sprengel Museum Hannover eine große Retrospektive des malerischen Werks von Emil Schumacher. Seit dem Tod des bedeutendsten Vertreters des deutschen Informel im Jahr 1999 hat es keine derartig umfassende Werkschau mehr gegeben.

Emil Schumacher wurde 1912 im westfälischen Hagen geboren. Von 1932 bis 1935 besuchte er die Kunstgewerbeschule in Dortmund. Dort erhielt er eine grundlegende handwerkliche Ausbildung als Werbegrafiker. Von 1935 an arbeitete er als freier Maler, ohne jedoch seine Bilder auszustellen. Zu Beginn des Zweiten Weltkriegs wurde er in einem Hagener Rüstungsbetrieb dienstverpflichtet. Schumachers eigentliche künstlerische Entwicklung setzte erst 1945 ein – nach dem Ende der nationalsozialistischen Herrschaft. Für ihn galt es damals, wie er selbst formulierte, „von vorn anzufangen“, etwas „Neues“ und von keiner Tradition Belastetes zu schaffen. Zu Recht gilt er als einer der bedeutendsten Persönlichkeiten der Kunstgeschichte nach 1945.

Das gegenständliche Frühwerk des Künstlers, der Weg in die Abstraktion, die großen Leistungen des gestischen, malerischen Werkes von Emil Schumacher während mehrerer Jahrzehnte werden in der Ausstellung nachgezeichnet. Einen Leitfaden durch das Œuvre bilden dabei herausragende Einzelwerke, die in sich gewichtige Arbeitsschritte, Erfindungen oder Etappen verkörpern.

Ein weiterer Schwerpunkt der Ausstellung ist die Präsentation des Spätwerks. In ihm führt der Maler Schumacher die freien Möglichkeiten künstlerischen Arbeitens mit Elementen aus der sichtbaren Welt fort. Das freie Malen schließt in den 1990er Jahren auch den Gebrauch von Zeichen und Chiffren ein, wie den Vogel, das Pferd, die Leiter. Schumachers Malerei, die ihren Wert immer in sich selbst zu finden versuchte, führt im Spätwerk noch einmal zu einer dialogischen Auseinandersetzung mit der gesehenen Welt, gibt Zeichen und zugleich Ausblicke in eine transzendente, andere Wirklichkeit.

Die Ausstellung umfasst ca. 90 Gemälde aus allen Werkphasen. Zur Ausstellung erscheint im Hirmer Verlag München ein Katalog mit zahlreichen Abbildungen und Texten von Jens Christian Jensen und Ulrich Krempel.
 

Sprengel Museum

30169 Hannover
Kurt-Schwitters-Platz
  Website



Überregionale Empfehlungen

 

Aktuelle Ausstellungen

 

Selbstbildnis, 1912 Helene Schjerfbeck

2. Februar bis 6. Mai 2007

In Finnland ist sie eine Nationalheldin, in Skandinavien gilt sie als Mythos, in Europa ist sie dagegen weitestgehend unentdeckt. Die Hamburger Kunsthalle widmet nun Helene Schjerfbeck (1862-1946) eine umfassende Retrospektive, die erste große in Europa außerhalb von Skandinavien. Die Ausstellung wird im Anschluss im Gemeentemuseum, Den Haag, und im Musée d’Art Moderne de la Ville de Paris gezeigt.

90 Jahre nach der ersten Einzelausstellung präsentiert die Ausstellung über 120 Ölbilder, Aquarelle und Zeichnungen aus dem umfangreichen Oeuvre der einflussreichen Malerin. Zu sehen sind Selbstportraits, Portraits, Landschaften und Stillleben, die den höchst eigenwilligen Stil Schjerfbecks zeigen und ihre herausragende Stellung in der Moderne offenbaren. Frühe Studienaufenthalte in Paris, Reisen nach Florenz, St. Petersburg, Wien, in die Bretagne und nach England prägten den künstlerischen Weg der früh erfolgreichen Malerin. Für ihr impressionistisch beeinflusstes Bild „die Genesende“ wurde der damals 27-Jährigen 1889 auf der Weltausstellung in Paris die Bronzemedaille verliehen.

Vom Realismus kommend und impressionistische Einflüsse aufgreifend löste sich Schjerfbeck mit der Jahrhundertwende bewusst von der Nationalromantik ihrer nordischen Kollegen und ging einen ganz eigenen Weg, der eher internationale Einflüsse erkennen lässt. Sie folgte selbstbewusst einer modernen Auffassung von freiem Farbauftrag und reduzierter Formensprache und nimmt in einigen Bildern bereits Momente der Abstraktion vorweg. Als sie 1902 aus Krankheitsgründen ihr weltoffenes Leben aufgeben musste, galt sie bereits als eine der wichtigsten Vertreterinnen einer Generation finnischer Künstlerinnen.

In den folgenden knapp 50 Jahren selbst gewählter Isolation in finnischen Dörfern entwickelt Schjerfbeck einen eigenen expressiven Stil, der in seiner Strenge, Stille und Intensität tief beeindruckt und gleichzeitig voller Kraft und Sensibilität ist. Fern von Historismus und Nationalromantik schildert die Künstlerin das einfache Leben der Frauen und Kinder. In den Bildern wie Das Schulmädchen, Die Näherin, Meine Mutter tritt das szenische Umfeld hinter der von einer inneren Kraft getragenen Haltung der Figuren zurück. Schjerfbeck reduziert das Erzählerische zu einer höchst ausdrucksstarken Formensprache.

Im Mittelpunkt der Retrospektive stehen die Selbstportraits Schjerfbecks, die mit einer Serie von späten, sehr reduzierten Selbstbefragungen ihren Höhepunkt finden. „Wo ich jetzt selten Kraft habe zu malen, habe ich mit
einem Selbstportrait begonnen, weil mein Modell dann stets verfügbar ist, nur ist es nicht immer so lustig, sich selber zu sehen“
, schreibt die Künstlerin, die Zeit ihres Lebens von Krankheit gezeichnet war, 1921 an eine Freundin. Unerschrocken zeigt hier eine so verletzliche wie starke Frau schonungslos und mit steigender Intensität ihr Altern und schließlich den eigenen körperlichen Verfall.

Die Ausstellung umfasst Leihgaben von finnischen Museen (Ateneum Helsinki Finnische Nationalgalerie, City Art Museum, Didrichsen Art Museum, Helsinki und vielen anderen) und schwedischen Museen (Moderna Museet Stockholm) sowie von vielen Privatsammlungen besonders aus Finnland und Schweden. So können Werke zusammengetragen werden, die nach Schjerfbecks Tod selbst in Skandinavien noch nicht gezeigt wurden.

HAMBURGER KUNSTHALLE
Hubertus-Wald-Forum

20095 Hamburg
Glockengiesserwall
 Website
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